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Ausrüstungen sollen Kleidungsstücken positive Eigenschaften verleihen. Doch um die zu erreichen, werden die Textilien meistens mit Chemikalien behandelt. Das kann zum einen eine hohe Abwasserbelastung zur Folge haben, zum anderen allergische Hautreaktionen bei den Trägern der Kleidung auslösen. Mit mechanischen und thermischen Ausrüstungsverfahren stehen zum Teil auch ökologische Alternativen zur Verfügung.

Chemische Ausrüstungen

Antimikrobielle Ausrüstung
Eine antimikrobielle Ausrüstung hemmt die Vermehrung von Bakterien und Pilzen. Dadurch kann sie vor unangenehmem Schweißgeruch, der bei der bakteriellen Zersetzung von Schweiß entsteht, und vor Fußpilzbefall schützen. Für die Wirkung sorgen entweder Chemikalien oder Silberfäden beziehungsweise Silberionen, die in die Fasern eingearbeitet werden. Chemische Stoffe belasten das Abwasser und können das Gleichgewicht der natürlichen Hautflora stören. Sie waschen sich nach einiger Zeit aus, dadurch ist die Wirkung zeitlich begrenzt. Silberionen können Hautallergien hervorrufen.

Antipilling, Antipicking, Antisnagging (bei synthetischen Fasern)
Diese Ausrüstungen versprechen weniger Knötchen und Laufmaschen. Dafür werden die synthetischen Fasern mit filmbildenden Substanzen überzogen (z. B. Acryl- und Vinylpolymere). Auch dieses Ausrüstungsverfahren kann das Abwasser belasten.

Antistatische Ausrüstung (bei synthetischen Fasern)
Synthetische Fasern sind wasserabweisend und laden sich deshalb leicht statisch auf. Tensidähnliche Substanzen mindern diesen Effekt. Durch die chemische Behandlung der Stoffe kann es zu Hautreaktionen kommen.

Bleichung
Stoffe lassen sich leichter färben, wenn sie vorher gebleicht wurden. Dabei können Wasserstoffperoxid, Natriumhypochlorit und Natriumchlorit eingesetzt werden. Bei der Chlorbleiche kommt es zu einer hohen Abwasserbelastung.

Erschweren (bei Seide)
Beim Erschweren von Seide werden Kunstharze und Metallsalze in die Fasern eingearbeitet, um die Seide glänzender und schwerer zu machen. Wird Zinnchlorid eingesetzt, kommt es zu einer hohen Abwasserbelastung.

Filzfreiheit (bei Wolle)
Eine Filzfrei-Ausrüstung erkennt man an Kennzeichnungen wie „superwash“, „waschmaschinenfest“ oder „filzfrei“. Die Wolle wird dafür mit Chlor, Kunstharz und/oder Enzymen behandelt. Chlor belastet das Abwasser.

Flammschutz
Textilien entflammen dank dieser Ausrüstung schlechter beziehungsweise brennen nicht weiter und verkohlen. Dafür werden wasserlösliche Salze, organische Chlor- und Phosphorverbindungen und Metallsalze eingesetzt, Chemikalien, die zum Teil allergen und krebserregend sind. In Deutschland wird diese Ausrüstung nur für Schutzkleidung und Textilien in öffentlichen Einrichtungen wie Bodenbelägen angewendet.

Hydrophilierung (bei synthetischen Fasern)
Synthetische Fasern sind wasserabweisend, das heißt, sie nehmen Wasser schlecht auf. Durch Hydrophilierung kann sich Feuchtigkeit wie Schweiß leicht im Kleidungsstück ausbreiten und verdunsten. Die Ausrüstung findet man deshalb besonders bei Sportbekleidung. Dafür werden die synthetischen Fasern mit chemischen Stoffen behandelt, die das Abwasser belasten.

Imprägnierung: Wasser und Schmutz abweisende Ausrüstung'
Diese Ausrüstungen erkennt man an Bezeichnungen wie „Scotchgard“ oder „Teflon“. Dabei kommen fluorierte Kohlenwasserstoffe zum Einsatz, die die Umwelt belasten.

Kunstharzausrüstung (Pflegeleicht-Ausrüstung, Hochveredelung)
Durch die Kunstharzausrüstung werden Textilien pflegeleichter, sie laufen zum Beispiel weniger ein und lassen sich leichter bügeln. Unter bestimmten Umständen kann Formaldehyd aus formaldehydhaltigen Kunstharzen austreten und Allergien auslösen.

Mercerisierung
Die Mercerisierung macht Baumwolle glatter, glänzender, reißfester und besser anfärbbar. Dafür wird sie mit Natronlauge und Ammoniak behandelt, die das Abwasser belasten können.

Mottenschutz (bei Wolle)
Chemikalien wie Eulan oder Mitin verhindern einen Befall mit Motten oder Käferlarven. Das im Eulan enthaltene Permethrin kann zu Nervenschädigungen führen, jedoch nur, wenn es direkt über das Blut aufgenommen wird. Permethrin gilt als wassergefährdend.

Optische Aufhellung
Optische Aufheller, die auch in Waschmitteln enthalten sein können, lassen Textilien weißer und strahlender erscheinen. Es werden Stilben-, Pyrazolin- und Benzazol-Derivate benutzt. Da sie schwer abbaubar sind, kommt es zu einer Belastung des Abwassers. Auch Hautreaktionen sind möglich.

Stone-wash, Moon-wash usw. (bei Jeans)
Jeans bekommen durch das Waschen mit Steinen und Bleichmitteln ein besonderes Aussehen: Der Stoff wird weicher, bleicht aus und wirkt älter. Bei dieser Methode wird sehr viel Wasser verbraucht, das beim Zusatz von Bleichmitteln belastet ist.

UV-Schutz
Jedes Kleidungsstück schützt schon in gewissem Maß vor UV-Strahlung. Bei einer zusätzlichen Ausrüstung werden Pigmente in die Fasern eingearbeitet oder aber das fertige Textil mit Chemikalien wie Titandioxid, Chlorotriazin und Benzotriazol behandelt.

Weichmache
Während Kleidungsstücke bei der Kunstharzausrüstung härter werden, verleihen ihnen Weichmacher einen geschmeidigeren Griff. Sie können Hautreaktionen hervorrufen. Meist werden sie mit der Zeit ausgewaschen.

Ökologische / mechanische / thermische Ausrüstungen

Dekatieren
Durch das Dekatieren verhindert man, dass Wolle und Wollmischgewebe einlaufen. Es ähnelt also dem Sanforisieren bei anderen Stoffen. Allerdings wird die Wolle mit Wasserdampf unter Druck behandelt.

Gasieren (Sengen)
Durch Hitze werden überstehende Härchen von Fasern und Garnen, manchmal auch fertigen Stoffen, entfernt. Durch dieses Gasieren werden Kleidungsstücke glatter und feiner, sie verschmutzen nicht so schnell und bilden weniger Knötchen.

Kalandern
Beim Kalandern werden Textilien durch Walzen gepresst und dadurch glänzender, glatter, geschmeidiger und dichter.

Sandwash (bei Seide)
Seide wird mechanisch aufgeraut.

Sanforisierung (Krumpfen)
Damit Kleidungsstücke beim Waschen nicht eingehen, werden sie bei der Sanforisierung mechanisch gestaucht und vorgeschrumpft. Achtung: „Sanfor-Plus“ bedeutet, dass Textilien zusätzlich mit formaldehydhaltigen Kunstharzen behandelt wurden.