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Im Grunde wird der Begriff „fairer Handel“ nur bei Waren verwendet, die aus "Entwicklungsländern" in Industrieländer exportiert wird. Dort waren in der Vergangenheit die Schwankungen der Weltmarktpreise für die Rohstoffe besonders hoch – und zeitweise die Preise so niedrig, dass ein menschenwürdiges Überleben praktisch unmöglich ist.

Darüber hinaus geht es bei fairem Handel aber auch bei der Weiterverarbeitung um faire Bedingungen. "Sweat Shops", womit Fabriken mit Hungerlöhnen und ohne Arbeitnehmervertretungen bezeichnet werden, sind im fairen Handel ausgeschlossen.

Für fairen Handel hat sich das FairTrade-Siegel durchgesetzt, das im Textilbereich jedoch bisher nur auf Baumwollprodukte angewandt wird. Es macht jedoch keine Aussagen dazu, ob der Anbau konventionell oder nach den Richtlinien biologischer Landwirtschaft stattfindet. Letzteres ist nur dann der Fall, wenn dies durch ein gesondertes Gütezeichen ausgewiesen wird.

Eine "Konkurrenz" für das gerade genannte FairTrade-Siegel sind die ECOCERT Fair Trade Standards. Im Gegensatz zu dem klassischen FairTrade-Siegel umfassen die ECOCERT Fair Trade Standards immer ökologischen Anbau.

Bei den Naturtextil-Gütezeichen wird bei der Textilherstellung ebenfalls auf soziale Mindeststandards geachtet. Sehr positiv ist, dass "nationale Gesetzen und der Industrievergleichsstandard" als Vergleichsmaßstab bei Löhnen und Arbeitszeit herangezogen werden und der jeweils bessere anzuwenden ist. Über die sozialen Bedingungen bei der landwirtschaftlichen Produktion der pflanzlichen Fasern wird jedoch keine Aussage gemacht, es muss sich jedoch größtenteils um ökologischer Landwirtschaft handeln.

Kampagne für saubere Kleidung

Die "Clean Clothes Campaign" (in Deutschland "Kampagne für saubere Kleidung"), setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen vor allem in den Verarbeitungs- und Herstellungsbetrieben ein. Hier gibt es jedoch kein Gütezeichen für einzelne Produkte, sondern es wird versucht, Hersteller als ganzes für die Anliegen zu gewinnen – keine leichte Aufgabe.

Bei Anbau der Pflanzenfasern oder Verarbeitung der Textilien in Industrieländern bleibt die Frage offen, ob man dem jeweiligen Modelabel faire Behandlung seiner Lieferanten zutraut.

Lies zum Thema auch unseren Artikel über Fairtrade-Produkte in Deutschland. Und erfahre wie teuer öko-faire Mode ist.