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Unter Wolle versteht man das Haarflies von Schafen. Auch die Haare anderer Säugetiere werden als Wolle bezeichnet, jedoch mit einem Vorsatz versehen, der darüber Auskunft gibt, von welchen Tieren sie stammen, z.B. Angora-Wolle oder Kaschmir-Wolle.

 

Tierhaltung

Bei konventioneller Tierhaltung werden die Schafe oft mit Insektiziden behandelt, um sie vor Parasiten zu schützen. Bei kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) ist dies nicht der Fall. Außerdem werden hier für den Boden, auf dem die Tiere grasen, keine Pestizide oder künstliche Dünger eingesetzt. Auch Medikamente dürfen nicht vorbeugend verabreicht werden.

Verarbeitung

Beim Waschen der Wolle werden Schmutz, Wollschweiß, Insektizidrückstände und meist auch das Wollfett Lanolin entfernt. Die Chemikalien aus der konventionellen Tierhaltung werden dabei zwar fast vollständig ausgewaschen, verunreinigen jedoch das Abwasser.

Oft wird Wolle chemisch behandelt, um ihr bestimmte positive Eigenschaften zu verleihen, eine so genannte „Ausrüstung“. Das kann bedeuten, dass die Wolle dadurch z. B. waschmaschinenfest wird oder nicht so leicht fusselt wie naturbelassene Wolle. Dafür werden meist Kunstharze oder Silikone verwendet.

Außerdem können bei der Weiterverarbeitung von Wolle Chlorbleiche und gesundheitsgefährdende Farbstoffe zum Einsatz kommen. Um die Wolle bei Lagerung und Transport vor Schädlingsbefall zu schützen, wird sie außerdem oft mit einem Motten- und Käferschutzmittel behandelt, das das Nervengift Permethrin enthält.

Wollsorten und Eigenschaften

Der Begriff „Reine Schurwolle“ ist gesetzlich geschützt und bedeutet, dass die Wolle vom lebenden Tier gewonnen und erstmalig verarbeitet wurde. Reißwolle dagegen ist recycelte Wolle aus alten Textilien. Man unterscheidet außerdem nach der Beschaffenheit der Fasern die feine, weiche und gekräuselte Merinowolle, die mittelfeine Crossbred-Wolle und die gröbere, wenig gewellte Cheviotwolle.

Wolle hat in Textilien viele Vor- aber auch Nachteile. Zu ihren positiven Eigenschaften gehört, dass sie bis zu 30 Prozent Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne sich dabei feucht anzufühlen. Die Feuchtigkeit wird außerdem sehr schnell wieder nach außen abgegeben. Das natürliche Wollfett Lanolin, das bei ökologischer Herstellung nicht ausgewaschen und bei konventioneller Herstellung teilweise nach der Reinigung wieder zugefügt wird, weist Wasser nach außen ab. Da Wolle Schmutz, Schweiß und Gerüche nicht so leicht aufnimmt wie andere Textilrohstoffe, muss sie nicht so oft gereinigt werden.

Trotz dieser Vorteile wird Wolle in sehr viel geringerem Maß für Textilien eingesetzt als Baumwolle und künstliche Fasern. Das liegt u.a. daran, dass sie nicht so pflegeleicht ist. Sie ist empfindlich gegen Seifenlaugen und verträgt keine hohen Temperaturen. Das Waschen ist nur mit speziellen Wollwaschmitteln ratsam. Darüber hinaus fühlt sich Wolle auf der Haut leicht kratzig an, verfilzt und fusselt leicht und bildet kleine Knötchen („Pilling“).

Herkunft und Transport

Schafe werden fast überall auf der Welt gehalten, so auch in Deutschland. Dennoch wird Wolle für Textilien meist importiert, vor allem aus Australien, Neuseeland, Südamerika und Südafrika. Ökologisch hergestellte Wolle ist auf dem Markt noch selten.

Weitere Nutzungsmöglichkeiten

Wolle wird oft als Dämmmaterial bei Häusern verwendet.