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Anbau

Leinen wird aus den Bastfasern der Pflanzenart Echter Lein (Linum usitatissimum), auch Flachs genannt, hergestellt. Schon beim konventionellen Anbau werden weniger Pestizide und Dünger verbraucht als beim Anbau von Baumwolle. Der Anbau von Faserflachs kommt ohne moderne Technik aus, ist jedoch aufwendig und dadurch kostenintensiv. Bisher ist noch wenig Leinen aus kontrolliert biologischem Anbau auf dem Markt vorhanden.

Verarbeitung

Wie beim Hanf wird in einigen Regionen wie China und Osteuropa die so genannte „Wasserröste“ angewendet, um die Fasern von den restlichen Pflanzenbestandteilen zu lösen. Hier werden die aus dem Boden gezogenen Flachspflanzen in Bündeln für eine bestimmte Zeit in Wasser gelegt und dadurch mikrobiell aufgeschlossen. Dabei entstehen giftige Abwässer. Bei ökologischer Herstellung bedient man sich deshalb der so genannten „Tauröste“ auf dem Feld, die allerdings stark von der Witterung abhängig ist.

Naturbelassener Leinenstoff lässt sich schwer färben, deshalb wird er oft gebleicht. Ökomode verzichtet dabei auf optische Aufheller und Chlorbleiche, bei der giftige Abwässer entstehen.

Mit dem Begriff „Reinleinen“ dürfen nur Textilien gekennzeichnet werden, die zu 100% aus Leinen bestehen. Reinleinen findet man oft in Bett- und Tischwäsche. In Kleidungsstücken wird Leinen oft zusammen mit Baumwolle verarbeitet. Bei einem Anteil von mindestens 40% Leinen nennt man diese Stoffe „Halbleinen“.

Eigenschaften

Leinen nimmt Feuchtigkeit gut auf, isoliert jedoch schlecht. Deshalb wird es besonders für Sommerkleidung benutzt. Die Leinenfasern sind sehr reißfest und somit strapazierfähig, aber auch unelastisch. So knittern Leinenstoffe leicht und sind schwer zu bügeln. Bei Reibung entstehen schnell aufgescheuerte und aufgehellte Stellen. Da Leinen nicht wie Wolle Flusen bildet, eignet es sich besonders gut für Geschirrtücher. Leinenartikel können bei hohen Temperaturen gewaschen und gebügelt werden.

Herkunft und Transport

Flachs ist eine auch in Deutschland heimische Pflanze, wurde aber wie Hanf mit der Industrialisierung von der kostengünstigeren, importierten Baumwolle verdrängt. Heute wird Flachs vorwiegend in den Staaten der ehemaligen UdSSR sowie in China angebaut. Auch Südamerika, die Türkei, die USA, Polen, Tschechien, Frankreich, Belgien und Irland haben Flachsanbaugebiete. In Deutschland wird nur sehr wenig Faserlein angebaut. Seit 2005 unterstützt ein Projekt in Hessen die Produktion von Bio-Leinen. Dabei arbeiten das Land Hessen, das Institut für Biologisch-Dynamische Forschung (IBDF) und vier Biohöfe mit dem Textilhersteller Hess Natur zusammen, der den Bauern die Abnahme der Flachsernten zusichert.