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Leder besteht aus Tierhaut, die durch Gerbung haltbar gemacht worden ist. Schon seit Jahrtausenden nutzen Menschen dieses Material.

Tierhaltung

Jede tierische Haut kann zu Leder verarbeitet werden. Am häufigsten werden die Häute von Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen verwendet. In der Mode besonders beliebt sind auch Leder von Reptilien wie Schlangen oder Krokodilen. Um solche Tierarten vor dem Aussterben zu bewahren, wurde 1973 das Washingtoner Artenschutzabkommen ins Leben gerufen.

Da Begriffe wie „Ökoleder“ nicht geschützt sind, geben sie keine gesicherte Auskunft über die Art der Tierhaltung. Die Kennzeichnung mit der Abkürzung »kbT« steht für kontrolliert biologische Tierhaltung. Zu einer tiergerechten Haltung gehört auch, dass die Tiere nicht über weite Strecken und auf zu engem Raum zur Schlachterei transportiert werden.

Verarbeitung

Vor der Gerbung werden die Tierhäute konserviert, indem sie getrocknet und mit Salz behandelt werden. Beim so genannten „Äschern“ werden Haare und Fleischreste entfernt. Durch die dabei meist eingesetzten Verbindungen Natriumsulfid und Calciumhydroxid entstehen umweltschädliche Abwässer.

Ob ein Leder „öko“ ist oder nicht, entscheidet sich im Wesentlichen durch die Art der Gerbung. Die Gerbung ist ein chemisch-physikalischer Prozess, durch den das Ausgangsmaterial haltbar gemacht wird.

Am häufigsten wird die Gerbung mit Chrom durchgeführt. Auf diese Weise hergestelltes Leder ist jedoch nicht kompostierbar und enthält oft erhöhte Rückstände von Chrom III und Spuren von Chrom VI. Wird das Leder in Müllverbrennungsanlagen verbrannt, kann sich weiteres Chrom VI bilden, das krebserregend ist und Allergien auslösen kann. Bei der Abwasserreinigung in den Gerbereien entstehen außerdem chrombelastete Klärschlämme.

NATURLEDER IVN zertifiziertes Leder ist hingegen chromfrei gegerbt. Dabei kommen beispielsweise vegetabile, also pflanzliche Gerbverfahren zur Anwendung oder aber auch die so genannte „Sämischgerbung“.

Im Anschluss an die Gerbung wird das Leder gefettet und gefärbt. Die „natürliche“ Farbe des Leders hängt von der Gerbungsart ab. Soll das Leder einen anderen Farbton erhalten, kommen zumeist Anilinfarbstoffe zum Einsatz.

Ledersorten und Eigenschaften

Je nachdem, was für Haut man wie gegerbt und verarbeitet hat, unterscheidet man zahlreiche Sorten von Leder.

In der Mode findet man Schuhe, Handschuhe, Jacken, Mäntel, Hosen und Gürtel aus Leder. Besonders für Schuhe und Funktionsbekleidung ist es gut geeignet, da es relativ wasserdicht, gleichzeitig aber durchlässig für Wasserdampf und somit atmungsaktiv ist.

Außerdem zeichnet sich Leder dadurch aus, dass es gut isoliert, elastisch, lange haltbar und vielseitig einsetzbar ist. Ein Nachteil besteht darin, dass man Leder nicht einfach so waschen kann. Zur Reinigung werden meist organische Lösungsmittel benutzt.

Herkunft und Transport

Leder wird in Deutschland hergestellt, jedoch steigen die Importe von Leder aus dem Ausland. Das kann daran liegen, dass Leder in anderen Ländern z.T. kostengünstiger hergestellt wird. Damit verlängern sich die Transportwege. Aber auch bei einer Produktion in Deutschland müssen unterschiedlich weite Strecken zurückgelegt werden – von der Tierhaltung zur Schlachterei, zur Gerberei, zur weiteren Verarbeitung und zu den Endkunden.

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