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Anbau

Hanf (Cannabis sativa) hat gegenüber Baumwolle mehrere Vorteile. Es wächst schnell und hoch und überschattet Unkraut. So werden von vornherein kaum Pestizide benötigt. Außerdem ist Hanf relativ anspruchslos und wächst fast überall. Auf Feldern mit Fruchtfolge wird Hanf oft zwischen anderen Nutzpflanzen angebaut, da es den Boden auflockert und beschattet und so für anspruchsvollere Pflanzen vorbereitet. Der Wasserverbrauch ist im Vergleich zum Baumwollanbau gering. Und auch beim Ertrag schlägt Hanf die Baumwolle um Längen. Biohanf ist auf dem Markt jedoch kaum vorhanden.

Verarbeitung und Eigenschaften

Zur weiteren Verarbeitung müssen die Fasern von den restlichen Pflanzenbestandteilen befreit werden. Dies geschieht entweder durch traditionelle Aufschlussverfahren, die so genannte „Wasserröste“ oder die „Feldröste“, oder durch ein neues Dampfdruckaufschlussverfahren. Bei der Wasserröste, die heute noch in China und Osteuropa angewendet wird, werden Hanfbündel für eine bestimmte Zeit in Wasser gelegt und dadurch mikrobiell aufgeschlossen. Dabei entstehen giftige organische Abwässer.

Für Kleidung wird Hanf in Vliese und Web- und Strickgarne verarbeitet. Da die Hanffasern zu den reißfestesten Naturfasern gehören, sind Hanftextilien sehr strapazierfähig. Außerdem sind sie atmungsaktiv, können Feuchtigkeit leicht aufnehmen und wieder abgeben und bleiben länger frisch als Baumwolltextilien. Auch für Menschen mit Hautallergien können Hanftextilien besser verträglich sein als andere Stoffe. Allerdings sind sie in der Herstellung heute noch circa 5x so teuer wie vergleichbares Material. In Kleidung wird Hanf oft zusammen mit Baumwolle verarbeitet.

Herkunft und Transport

Hanf und Leinen wurden im 18. Jahrhundert von der Baumwolle verdrängt. Die Ernte und Verarbeitung von Hanf war damals noch Handarbeit und somit teuer, während man für Baumwolle bereits maschinelle Verfahren gefunden hatte. Von 1982 bis 1996 war der landwirtschaftliche Anbau von Hanf in Deutschland wegen seiner berauschenden Wirkung komplett verboten. Seitdem dürfen nur registrierte Sorten angebaut werden, die maximal 0,3% THC (Tetrahydrocannabinol, berauschender Wirkstoff) enthalten.

Heute steigt die Nachfrage nach Hanf wieder. Die Produktion in Europa kann die eigene Nachfrage alleine jedoch nicht bedienen. Durch den Import u.a. aus China entstehen lange Transportwege.

Weitere Nutzungsmöglichkeiten

Hanf wird nicht nur zur Textilproduktion verwendet, sondern z. B. auch zur Papierherstellung. Wirtschaftlich besonders interessant ist die Verwendung von Hanf als Dämmmaterial und als Ersatz für Glasfasern in der Automobilindustrie. Auch zur Energiegewinnung kann Hanf genutzt werden. So ist beispielsweise die Herstellung von Kraftstoffen wie Biodiesel aus Hanf möglich. Außerdem kann durch die Biomasseverbrennung Strom erzeugt werden.

Lies zum Thema auch den Artikel über den Hersteller HempAge.