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Anbau

Die Baumwollpflanze (Gossypium) ist eine Gattung aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae) und somit verwandt mit Stockrose und Hibiskus. Ihre Anbaugebiete liegen zwischen dem 37. nördlichen und dem 30. südlichen Breitengrad. Baumwollpflanzen sind anspruchsvoll, brauchen viel Sonne, gleichmäßige Temperaturen und vor allem reichlich Wasser. Für ein Kilo Baumwollfasern werden zwischen 7.000 und 20.000 Liter Wasser benötigt, teilweise sogar noch mehr. Der hohe Wasserverbrauch kann zu sinkenden Grundwasserspiegeln und Bodenversalzung führen.

Konventionelle (und damit meist "hochgezüchtete") Baumwolle ist sehr anfällig für Insekten. Ein Viertel des weltweiten Insektizidmarktes entfallen auf Baumwolle, dazu kommen 10% am globalen Pestizidmarkt. In den USA und China wird der Einsatz gentechnisch veränderter Baumwollsorten forciert. Solche Sorten werden dort auf mehr als 50% der Flächen eingesetzt. Zusätzlich wird bei konventioneller Baumwolle viel chemisch-synthetische Dünger eingesetzt.

Bio-Baumwolle wird ohne chemisch-synthetischen Dünger und ohne Pflanzenschutzmittel angebaut. Gentechnisch verändertes Saatgut darf nicht eingesetzt werden. Durch einen Fruchtwechsel (d.h. die Bio-Baumwolle wird in Abwechslung mit anderen Feldfrüchten angebaut) wird die Bodenfruchtbarkeit erhalten oder sogar verbessert. Auch die Düngung mit Mist und Kompost trägt dazu bei.

Jedes Bio-T-Shirt erspart der Umwelt rund 150 Gramm Gift auf dem Acker. Dazu schont der Bio-Baumwollanbau die Gesundheit der Produzenten. Doch von jährlich rund 26 Millionen Tonnen angebauter Baumwolle stammen erst 0,7 Prozent aus biologischem Anbau.

Verarbeitung und Eigenschaften

Baumwolle ist hautsympathisch und lässt sich leicht verarbeiten. Gerade die einfache Verarbeitungsmöglichkeit (sowohl Spinnbarkeit der Fasern als auch Färbung) ist ein wichtiger Grund, warum sich Baumwolle im Vergleich zu anderen Naturfasern so stark durchgesetzt hat. Der Anbau dagegen ist – wie weiter oben geschildert – deutlich problematischer.

Herkunft und Transport

Weltweit wird Bio-Baumwolle zurzeit in 22 Ländern angebaut - führend sind dabei die USA, Türkei, Peru, Syrien und Indien.

Baumwoll-Produkte haben also grundsätzlich eher längere Transportstrecken hinter sich. Übrigens wird Baumwolle aus den USA zur Verarbeitung oft nach China gebracht, um dann schließlich wieder in den USA (oder Europa) verkauft zu werden. Vgl. das Buch Pietra Rivoli: Reisebericht eines T-Shirts.

Weitere Nutzungsmöglichkeiten

Baumwollfasern bzw. andere Bestandteile der Baumwollpflanze werden bei verschiedensten Produkten verwendet. Beispiele sind Autoreifen, Filmmaterial, Lacke oder Geldscheine.

Lies zum Thema auch das große modeafFAIRe-Baumwolle-Special!