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Rohstoffe

Bio-Baumwolle ist groß im Kommen. Nach Angaben von ‚Organic Exchange‘ konnte der Umsatz von Textilien aus Bio-Baumwolle von weltweit 3,2 (2008) auf 4,3 Mrd. US-Dollar gesteigert werden.

Aber auch andere nachwachsende Rohstoffe wie Hanf und Leinen werden wieder stärker nachgefragt und erleben eine kleine Renaissance. Die Zeiten, in denen man aus solchen Naturfasern nur große, unförmige Zelte produzierte, sind längst vorbei.

Auch Kunstfasern können aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt werden. So wird die für Viskose benötigte Zellulose z. B. aus Bambusfasern oder aus dem Holz von Buchen, Fichten, Eukalyptus oder Pinien gewonnen.

Pflanzliche Fasern

Textilfirmen werben gerne mit Slogans wie »100% Naturfasern«. Das sagt aber noch nichts darüber aus, ob die Rohstoffe auch aus ökologischem Anbau stammen. Auch über die Arbeitsbedingungen vor Ort und die Weiterverarbeitung der Fasern gibt dies noch keine Auskunft. Man muss also genau nachfragen und auf mögliche Gütezeichen achten.

Baumwolle

Öko-Baumwolle erlebt gerade einen regelrechten Boom. Doch auch bei kontrolliert biologischem Anbau ist der Wasserbrauch sehr hoch. Und durch die langen Transportwege nach Deutschland wird viel Energie benötigt.

Hanf

Bei Hanf denken viele Menschen immer noch als erstes an Joints und Drogen. Dabei gehörte die Pflanze zusammen mit Flachs lange zu den wichtigsten Rohstoffen für Textilien, bis sie von Baumwolle verdrängt wurde.

Leinen (aus Flachs)

Die Produktion von Leinen ist sehr aufwendig, kommt dafür aber auch ohne moderne Technik aus. Schon beim konventionellen Anbau werden nur wenig Dünger und Pflanzenschutzmittel verbraucht. In Hessen wird innerhalb eines Projektes seit 2005 Bioflachs angebaut.

Jute (Bastfaser aus der Corchorus-Pflanze)

Bei Jute mag man eher an Teppiche und Säcke denken als an Bekleidungsstücke. An den Füßen kommt sie in fair gehandelten Sandalen aber sehr gut zur Geltung.

Brennnessel

Auch aus unserem heimischen „Unkraut“ können schöne, glatte Textilien hergestellt werden. Lange Transportwege wie bei Baumwolle werden vermieden. Und Brennnesseln sind so widerstandsfähig, dass auch auf Pflanzenschutzmittel verzichtet werden könnte.

Einige Tierische Fasern

Wolle (vor allem Schafwolle)

Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung ist noch selten. Da Wolle nicht so pflegeleicht ist und von vielen als "kratzig" empfunden wird, wird sie trotz anderer Vorteile nicht in dem Umfang eingesetzt wie Baumwolle oder Kunstfasern.

Leder

Leder ist ein problematisches Material. Zum einen kann es aus bedrohten Tierarten hergestellt sein, zum anderen ist vor allem die konventionelle Herstellung bedenklich. Worauf muss man achten?

Kleine Stoffkunde: Natur- versus Chemiefasern
  • Hinter den Namen Polyester, Polyacryl, Polyamid oder Microfaser verstecken sich Fasern, die aus nicht nachwachsenden Rohstoffen produziert sind. Sie werden in aufwändigem Verfahren aus Kohle, Erdgas und Erdöl gewonnen. Die Menge an Erdöl, die für die Herstellung von 42 Millionen Tonnen synthetischer Fasern im Jahr 2008 benötigt wurde, entspricht dem jährlichen Verbrauch Belgiens. Die Produktion der chemischen Fasern benötigt fast doppelt so viel Energie wie die von Baumwolle. Außerdem belasten die giftigen Chemikalien Mensch und Umwelt. Naturfasern haben allerdings einen viel höheren Landverbrauch, als Chemiefasern. Die benötigten landwirtschaftlichen Flächen für Baumwolle beispielsweise können bei steigendem Bedarf in den nächsten Jahren kaum bereit gestellt werden. Auch der Wasserverbrauch ist beachtlich: Für ein Kilogramm Baumwolle werden bis zu 26.000 Liter Wasser benötigt. Dafür verbraucht eine Chemiefaser wie Polyester bis zu viermal mehr Energie als Baumwolle. Die Alternative? Bei Bio-Baumwolle senkt sich der Wasserverbrauch um mehr als die Hälfte, der CO2-Ausstoß sogar auf ein Drittel. Ideal wäre für Funktionskleidung eine Kombination aus Bio-Baumwolle und synthetischen Stoffen wie Tencel. Diese cellulosische Faser hat bei der Produktion die beste Co2-Bilanz aller Chemiefasern. Die Outdoor-Marke Patagonia beispielsweise verwendet Tencel für seine Funktionsjacken.