Wer kann schon ohne sie? Die Jeans ist ein so wichtiger Teil unseres Kleiderschranks geworden, dass sich kaum einer vorstellen kann, ohne sie auskommen zu können. In keiner Hose sehen Po und Beine so knackig aus, wie in ihr und es gibt unzählige Stoffe, Färbungen und Schnitte - da ist für jeden was Passendes dabei. Doch wer setzt sich schon damit auseinander, dass die "normale" Jeans meist unter menschenunwürdigen Bedingungen in Entwicklungsländern hergestellt wird und vor dem Verkauf durch eine Serie von giftigen chemikalischen Behandlungen geht?
Eco Fashion Jeans
Dabei gibt es inzwischen auf dem Eco Fashion Planeten Hersteller, die ihre Jeans unter fairen Bedingungen produzieren lassen, Bio-Baumwolle verwenden und in der Verarbeitung weitgehend auf Chemie verzichten. Der Vorteil? Durch den biologischen Anbau der Baumwolle wird die Gesundheit der Feldarbeiter nicht durch Chemikalien gefährdet oder beschädigt. Kein genverändertes Saatgut verändert die Umwelt und keine giftigen Pestizide schädigen den Boden oder belasten den Träger des guten Stückes. Manche Jeans sind zudem auch fair trade gehandelt, das heißt, dass die Menschen, die die Baumwolle produzieren fair entlohnt werden. Zum Beispiel beim Jeanslabel Sey. Die Marke Sey wurde im Jahr 2008 von Selma Yasdut gegründet. Selma legt neben Material und Verarbeitung auch viel Wert wurde auf die Passform der Hosen. Für die Sommerkollektion 2011 wird Sey sein Sortiment um Shorts erweitern. Als Inspiration diente der Designerin der klassische Marinelook und modische Radlerhosen.
Besonders hervorgetan hat sich im Bereich der Jeans Kuyichi. Das niederländische Label ist ein echter Pionier im Bereich Bio-Jeans: Es wurde bereits 2001 von Solidaridad, einer niederländischen Entwicklungshilfe-NGO, gegründet. Neben zahlreichen Jeansmodellen, die im Look urban und stylish sind, entwirft Kuyichi auch Hemden, Leggins, Jacken oder T-Shirts. Kuyichi ist SA8000 (Social Accountability) zertifiziert und strebt eine Zertifizierung für alle an der Produktion beteiligten Zulieferer an.
Das niederländische Label setzt auch Hanf für seine Kleidung ein. Einen stofflichen Unterschied im Endprodukt sieht man heute nicht mehr - vorbei die Zeit von kratzigen Hanfhosen und Shirts aus der Ökoecke. Hanf ist ideal für Textilien geeignet. Es ist im Anbau resistenter als Baumwolle und benötigt weniger Wasser. Leider läuft dieses Segment eher schleppend.
Bio-Baumwolle: Nische trotz Wachstum
Noch konzentriert sich alles auf die weißen kleinen Bällchen. Doch wie sieht es momentan mit dem Anbau von Bio-Baumwolle aus? Fakt ist, dass herkömmliche Baumwolle neben Soja, Mais und Raps die wichtigete Pflanze für die Gentechnik ist. In Indien, China und den USA wachsen auf rund 15 Millionen Hektar genmanipulierte Sorten, was beinahe der Hälfte der weltweiten Baumwollflächen entspricht. Leider ist Baumwolle gleichzeitig die pestizid-intensivste Plfanze. Ein Viertel der Pestizide, die weltweit benötigt werden, wird auf Baumwollfledern ausgesprüht. Man kann sich vorstellen, mit wie viel Gift die Menschen zu tun haben, die diese Felder bestellen müssen. Doch nicht nur die Menschen vor Ort sind der Chemie ausgesetzt: Die Stoffe gelangen in die Böden und somit in den klimatischen Kreislauf.
Beeindruckend: Jedes T-Shirt aus Bio-Baumwolle erspart der Umwelt 150 Gramm Gift auf dem Acker.
Status quo: Von den rund 26 Tonnen Baumwolle, die jedes Jahr geerntet werden, stammen erst 0,7 Prozent aus Bio-Anbau.